Lebendige Schnittstelle zwischen Integration, Migration und Entwicklung
Bundesweite Umfrage bei migrantischen Organisationen belegt ungenutztes Potential in der Mitte unserer Gesellschaft
Informationen über die Umfrage und ihre Ergebnisse jetzt zum herunterladen unter "Publikationen".
Ergebnisse der ersten bundesweiten Umfrage von entwicklungspolitisch aktiven MigrantInnen- und Diasporaorganisationen (MDO) belegen erhebliches ungenutztes Potential für Entwicklungszusammenarbeit und Integration in unserer Gesellschaft. Die von der agl und ihren Eine Welt Landesnetzwerken veröffentlichte Befragung von 192 Organisationen stellt fest, dass viele Ressourcen und Potentiale der MDO in Deutschland noch ungenutzt sind.
Entwicklungshilfe und entwicklungspolitische Bildungsarbeit könnten wesentlich effektiver sein durch die Partizipation von MigrantInnen und die Zusammenarbeit zwischen MDO und relevanten Akteuren der Mehrheitsgesellschaft.
Wichtig hierzu sind Förderung und Qualifizierung der MigrantInnen, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren, aber auch die interkulturelle Öffnung von bestehenden Strukturen. Dies muss von staatlicher Seite unterstützt werden.
MigrantInnen bzw. Diasporamitglieder werden in der Entwicklungszusammenarbeit zunehmend als wichtige entwicklungspolitische Akteure wahrgenommen. Sowohl die finanziellen als auch die sozialen Rücküberweisungen in ihre Heimatländer, also der Rückfluss von Ideen, Wissen, Praktiken und sozialem Kapital fördern die dortige Entwicklung nachhaltig. Die Kompetenzen der MDO sind außerdem unverzichtbar für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Deutschland. Deutschland nimmt laut der Weltbank im Ranking der Quellstaaten für Rücküberweisungen weltweit den fünften Platz ein.
Die Studie zeigt außerdem, dass Integration die Grundvoraussetzung für entwicklungspolitisches Engagement der MDO ist, gleichzeitig auch entwicklungspolitisches Engagement für die Integration absolut förderlich ist. Beide Themen sollten immer im Zusammenhang gesehen werden.
Daher fordern agl und die Eine Welt Landesnetzwerke, dass die wichtige Arbeit und Partizipation von nicht-staatlichen Akteuren stärker in den Blick genommen und gefördert werden sollte. Nur dann bewegen wir uns im Rahmen der Integration, aber auch der Entwicklungspolitik, ein großes Stück weiter.
