Workshop: "Konflikte als Chance"

pixelio - W.ReichDas agl-Fachforum Diaspora, Migration & Entwicklung lädt zum Workshop ein:

Konflikte als Chance – "Interkulturelle" Kommunikation in der entwicklungspolitischen (Inlands-)Arbeit


Termin: 27./28.02.2012
Ort: Jugendherberge Fulda, Schirrmannstr. 31, Anreise: http://www.fulda.jugendherberge.de/
Tagungsbeitrag: 30,00 Euro pro Person (inkl. Übernachtung und Verpflegung). Die Fahrtkosten (BahnCard 50, deutschlandweit) werden bei Bedarf übernommen.
TrainerInnen: Chandra-Milena Danielzik und Timo Kiesel, glokal e.V.

Bitte melden Sie sich zum Workshop bis zum 10.02.2012 an bei: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.


Die alltägliche Arbeit zwischen migrantischen und nicht-migrantischen Akteuren im entwicklungspolitischen Bereich wird auch von Auseinandersetzungen begleitet. Sie drehen sich beispielsweise um Erlebnisse und Erfahrungen, Machtverhältnisse, Beteiligungsstrukturen, bewusste und unbewusste Diskriminierungen, Themen der entwicklungsbezogenen Arbeit oder die Gestaltung und Ziele von Kooperationen zwischen verschiedenen Akteuren.

 

Konflikte sind oftmals strukturell bedingt. Die wenigsten bedeuten automatisch einen Zusammenbruch der Kommunikation, wenn sie möglichst kontinuierlich oder zeitnah behandelt werden. „Interkulturell“ wird in diesem Workshop eher aus einer machtkritischen Perspektive betrachtet, d.h. Konflikte in Gruppen entstehen oft auch deshalb, weil Menschen unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen und Privilegien mitbringen. Rassismus ist ein wirkendes Machtverhältnis im Nord-Süd Kontext ebenso wie in der Gesellschaft hier vor Ort. Während Weiße Menschen in der Regel institutionell und gesellschaftlich privilegiert sind und auch häufig in Entscheidungspositionen sitzen, gibt es eine ganze Reihe von Hürden und Ausschlüssen für People of Color (PoC) in der entwicklungspolitischen Szene. Häufig decken sich die Herangehensweise, die Perspektiven, das Vokabular etc. von PoC nicht mit dem weißen Mainstream, weshalb Konfliktpotenzial in der Zusammenarbeit entsteht. „Interkulturelle Konflikte" haben etwas mit Macht, Zugängen und Perspektiven zu tun. Das ist der Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung im Workshop.


Das Programm des Workshops wird gruppen- und prozessorientiert auf die TeilnehmerInnen abgestimmt. Ein intensiver begleiteter Austausch und Interaktion stehen im Mittelpunkt, begleitet durch einen Theorieteil zu Beginn. Der gemeinsame Einstieg wird eine Reflexion darüber sein, warum den TeilnehmerInnen die Arbeit an dem Thema wichtig ist, wo die Herausforderungen in diesem Bereich liegen, wie die eigene Arbeit bisher gestaltet wurde und warum.

 

Im Verlauf des Workshops geht es über die Bestandsaufnahme hinaus um die beispielhafte Betrachtung von Erlebnissen und Arbeitszusammenhängen einzelner TeilnehmerInnen. Jede/r erhält den Raum, Formen des alltäglichen "interkulturellen" Zusammenarbeitens zu reflektieren. Schließlich geht es um die Entwicklung von Zukunftsszenarien und Anregungen für weitere Schritte hin zur Etablierung eines "interkulturellen" machtsensiblen Konfliktmanagements in den jeweiligen Strukturen, die das Aushalten von Konflikten ermöglicht und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit gewährleistet.

 

Der Workshop dient der Heranführung an einen Prozess, der eine machtsensible "interkulturelle" Konfliktkultur/ Konfliktkommunikation in Arbeitsgruppen und -strukturen etabliert. Der Ablauf wird auf den konkreten Bedarf und die Erfahrungen der TeilnehmerInnen abgestimmt. Dazu wird bei der Anmeldung noch ein kurzer Fragebogen zur Vorbereitung verschickt.

 

Zielgruppen:

Migrantische und nicht-migrantische Eine Welt-Akteure in Deutschland (MitarbeiterInnen und Vorstände der Eine Welt Landesnetzwerke, deren Mitgliedsgruppen und weitere Interessierte). Es werden insbesondere "interkulturell" zusammengesetzte Teams zur Teilnahme aufgerufen, aber auch hauptsächlich mehrheitsgesellschaftlich oder migrantisch zusammengesetzte Gruppen bzw. Einzelpersonen, die an einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit in ihren Strukturen sowie einer machtsensiblen Kommunikation interessiert sind.


Der Workshop wird  finanziell unterstützt vom Katholischen Fonds und vom Evangelischen Entwicklungsdienst (eed).

 

Bildrechte: pixelio.de by Walter Reich

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