Nachhaltige Beschaffung
Jährlich werden in Deutschland Waren im Wert von über 360 Milliarden Euro durch die öffentliche Hand beschafft, dies macht 17% deutschen Bruttoinlandsproduktes aus. Das meiste Geld geben hierbei die Kommunen aus, die einen Anteil von 60% an der öffentlichen Beschaffung haben. Die Bereiche öffentlicher Beschaffung reichen dabei vom Bau und der Erhaltung öffentlicher Gebäude und Infrastruktur über Schutz- und Dienstkleidung öffentlich Angestellter bis hin zu Produkten des täglichen Bedarfs, wie Kaffee oder Tee.(1) Somit ist die öffentliche Hand in vielen Bereichen ein Akteur mit einer immensen Einkaufsmacht.
Die Entwicklungspolitischen Landesnetzwerke engagieren sich dafür, dass diese Einkaufsmacht gemäß den Leitlinien der Agenda 21 für eine sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Beschaffung eingesetzt wird. Im sozialen Kontext ist die Einhaltung aller ILO-Kernarbeitsnormen besonders wichtig, da diese den sozialen Mindeststandard darstellen. Die Beachtung der ILO-Kernarbeitsnormen bei der gesamten öffentlichen Vergabe wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Die Eine Welt Landesnetzwerke sind zu Fragen der nachhaltigen Beschaffung wichtige Ansprechpartner für die Kommunen. Auf Landes- und auf Bundesebene setzen sie sich für eine Gesetzgebung ein, die die Berücksichtigung von Sozial- und Umweltstandards in der öffentlichen Beschaffung erleichtert.
Die nachfolgenden Seiten geben Ihnen einen Überblick über die Aktivitäten der jeweiligen Entwicklungspolitischen Landesnetzwerke.
(1) Vgl. Fröhlich, Katrin/ Bernd Lämmlin, Kommunale Entwicklungspolitik in Deutschland. Studie zum entwicklungspolitischen Engagement deutscher Städte, Gemeinden und Landkreise, in: Deutsches Institut für Entwicklungspolitik 1 (2009), S. 14.
