Millenniumsentwicklungsziele und soziale Verantwortung von Unternehmen

Die Armut auf dieser Welt abschaffen - wer hält das nicht für ein unterstützenswertes Ziel in dieser Welt? Ein etwas bescheideneres Ziel hat sich die Vollversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2000 mit der Millenniumserklärung gesetzt: Die Anzahl der absolut armen Menschen, die von weniger als einem Dollar pro Tag leben müsen, soll halbiert werden. Außerdem sollen die Bildungssituation in vielen Ländern verbessert, Frieden gesichert, globale Gerechtigkeit erreicht und Demokratie verwirklicht werden. Aus der Millenniumserklärung wurden die Millenniumsentwicklungsziele generiert, die zahlreiche Problemfelder rund um diese Kernforderungen auflisten. Neu daran: erstmalig wurde ein konkreter Zeitplan aufgestellt, bis wann die Ziele umgesetzt sein sollen: nämlich bis zum Jahr 2015.

   

Die acht Entwicklungsziele der Vereinten Nationen

Für eine Welt ohne Hunger und Armut: Im Jahr 2000 hat sich die Bundesregierung gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen darauf verpflichtet alles zu tun, um die extreme Armut wirkungsvoll zu bekämpfen. Dafür wurden einstimmig acht Ziele formuliert, die bis zum Jahr 2015 erreicht werden sollen.

 

Eine Übersicht der acht Entwicklungsziele finden Sie hier

   

Versprochen ist versprochen!

Ganz wesentlich ist natürlich, dass die Staats- und Regierungschefinnen und -chefs in aller Welt sich auch an das halten, was sie im Jahr 2000 versprochen haben. Im letzten Jahr wurde die Halbzeitbilanz der Umsetzung gezogen und die fiel schlecht aus. Es gibt zwar in einigen Bereichen Fortschritte und zum Teil sogar in sehr armen Ländern, aber im Großen und Ganzen hinkt die Verwirklichung der Ziele dem Anspruch weit hinterher. Speziell in Subsahara-Afrika gibt es große Defizite.

Weiterlesen: Versprochen ist versprochen!

   

Die Umsetzung von Ziel 8: Das Beispiel Unternehmensverantwortung

Ein weiteres Beispiel ist der Bereich der sozialen Verantwortung von Unternehmen, neudeutsch „Corporate Social Responsibility" genannt. Dieser schillernde Begriff wurde beispielsweise von der Europäischen Kommission wie folgt definiert: Corporate Social Responsibility ist ein „Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren."

Weiterlesen: Die Umsetzung von Ziel 8: Das Beispiel Unternehmensverantwortung

   

Mehr Verbindlichkeit ist gefordert

So schön es sich anhört, der Teufel steckt im Detail und insbesondere die Freiwilligkeit wird von Seiten der Nichtregierungsorganisationen, zum Beispiel der Clean Clothes Campaign, stark kritisiert. Die Clean Clothes Campaign fordert internationale gesetzliche Regelungen für diesen Bereich. Auch das CorA-Netzwerk geht einen Schritt weiter und fordert eine "Corporate Accountability", eine Rechenschaftspflicht. Dazu gehört, dass sich transnationale Unternehmen, deren Tochterunternehmen und Zulieferer an die Menschenrechte sowie international vereinbarte soziale und ökologische und das dies mit verbindlichen Instrumenten gesichert wird.

Weiterlesen: Mehr Verbindlichkeit ist gefordert

   

Politische Forderungen

Die wichtigsten Forderungen an die Politik lauten:

  • Rechenschafts- und Publizitätspflichten für Unternehmen zu Umwelt, Soziales & Menschenrechte,
  • Kopplung der Vergabe öffentlicher Aufträge an gesellschaftliche Anforderungen,
  • Verankerung von Unternehmenspflichten in internationalen Wirtschaftsabkommen und bei der Wirtschaftsförderung,
  • Gerechte Unternehmensbesteuerung,
  • Wirksame Sanktionen und Haftungsregeln für Unternehmen und
  • Stärkung der Produktverantwortung und Förderung zukunftsfähiger Konsum- und Produktionsmuster.
   

Das Angebot der agl

Die agl bietet in diesem Zusammenhang

  • Fortbildungen zu aktuellen Aspekten
  • Einen Mustervortrag
  • Ausstellungen
  • Eine Medienliste
  • Eine Ansprechperson

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, schicken Sie uns eine Mail oder rufen Sie uns an!